Männliche Erotik – 6. Männerkongress (19.-20.02.2021)

Das Klinische Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Düsseldorf und die Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf laden zum ihrem sechsten Männerkongress ein.

In den letzten Kongressen ging es um die aufeinander verweisenden Themen Bindung, Sexualität und Macht – reflektiert in männlichen Identitätsdiskursen. Das Thema des Kongresses stellt die Frage nach der männlichen Erotik in dieses begriffliche Spannungsfeld.

Der Kongress findet vom 19.-20.02.2021 statt.

http://www.maennerkongress-duesseldorf.de/

Männer in Deutschland sind mit ihrer Arbeit unzufriedener als im EU-Durchschnitt

Trotz eines im EU-Vergleich selbst in Krisenzeiten robusten Arbeitsmarktes hadern Männer in Deutschland überdurchschnittlich oft mit ihrer Arbeitssituation.

Im Jahr 2018 waren rund 22 % der Männer ab 16 Jahren hierzulande unzufrieden mit ihrer Arbeit, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltmännertags am 3. November mitteilt. Im EU-Durchschnitt waren es nur 17 %.

Mehr als die Hälfte der Männer in Deutschland waren mit ihrer Arbeit mittelmäßig zufrieden (55 %). Hier lag der EU-Durchschnitt bei 59 %. 23 % gaben an, sehr zufrieden zu sein (EU: 24 %).

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/11/PD20_N071_132.html

Fortschrittsbericht der WHO/Europe-Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern

In Vorbereitung der 70. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa hat das WHO-Regionalbüro für Europa einen Fortschrittsbericht der Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern in der Europäischen Region der WHO veröffentlicht.

Die im Jahr 2018 iniitierte Strategie basiert auf dem Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“, in welchem anerkannt wird, dass das Geschlecht eine wichtige Determinante für Gesundheit ist.

Ihre Vision besteht darin, die Gesundheit von Männern durch evidenzgeleitete, geschlechtersensible, auf Rechte gestützte und auf Chancengleichheit ausgerichtete Lösungsansätze zu verbessern.

Der Fortschrittsbericht kann eingesehen werden unter https://apps.who.int

 

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„Es ist immer Stress“:
Interview mit Prof. Dr. Andreas Eickhorst, Hochschule Hannover

Andreas Eickhorst, Entwicklungspsychologe und Professor für „Psychologische Grundlagen Sozialer Arbeit“ an der Hochschule Hannover, spricht über den Stress, aber vor allem auch die positiven Seiten des Vaterseins.

 

Transkription:

Ich glaube, da muss man sagen: ja und nein. Man kann nicht spezifisch sagen, dass sie automatisch glücklicher sind, auch nicht automatisch unglücklicher. Das wäre auch, glaube ich, zu einfach. Wenn man ein bisschen guckt, sieht man: In der Forschungslage findet man für beide Richtungen Belege. Es gibt immer Studien, die sagen, Kinderlose sind glücklicher, znd andere, die sagen, Männer mit Kindern sind glücklicher. Ich glaube, es kommt dabei auf zwei Punkte an. Zum einen: Was ist Glück? Am Ende des Lebens guckt man ja oft zurück. Generativität und Weitergabe an die nächste Generation, Sinn des Lebens – da sind Väter oft die zufriedeneren. Wenn es gerade akut ist – die Kinder sind klein, Finanzen sind knapp, viel Stress – ist der Alltagsstress auch hoch. Also hat es mit Lebensphasen zu tun. Und es hat natürlich auch mit der Persönlichkeit zu
tun. Will ich ein Kind? Kann ich darin aufgehen? Habe ich gute Vorbilder? Bin ich bereit, mich einzusetzen oder bin ich das weniger? Insofern gibt es, glaube ich, gute Chancen, dass Väter glücklich werden können. Aber ganz automatisch wird es auch nicht gehen.

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Auch da ist der Begriff natürlich dehnbar. Ich glaube, was aber sicherlich sehr hilfreich ist, ist, von Anfang an da zu sein, präsent zu sein für das Kind, einen guten Draht zu haben. Das geht sicherlich einmal über Zeit – also einfach Quantität. Aber natürlich auch nicht nur und nicht primär. Sondern darüber, was der Vater macht und wie er es macht. So eine emotionale Nähe. Ob man es Bindung nennt, ob man es Kontakt nennt, ob man es Liebe nennt – es ist einfach die Möglichkeit oder der Wunsch, sich auch einlassen zu können und zu gucken, was das das Kind denn braucht. Und das von Anfang an und nicht erst, wenn das Kind vielleicht – wie sagt man im Klischee – Fußball spielen kann oder zur Schule geht. Sondern, sobald halt irgendwie ein Wesen da ist und man Kontakt aufnehmen kann!

Ich glaube, vorneweg ist es wichtig zu sagen: Es ist immer Stress! Manche Autoren sagen, es handele sich eine „normative Krise“. Diese sei quasi schon vorgesehen. Das heißt nun nicht, dass eine „Krise“ etwas ganz Schlimmes ist. Sondern, dass sich vieles ändert. Also es wäre sehr merkwürdig, wenn das einen nicht herausfordern würde, wenn das nichts ausmachen würde. Ich denke, es ist eine Frage des Umgangs mit der Situation und es ist immer gut, das auch anzusprechen. Denn es ist keine Schande zuzugeben, dass das stressig ist, für Mütter wie für Väter. Also am besten viel mit der Partnerin oder mit dem Partner sprechen. Und auch mit dem Arbeitgeber. Und in den allermeisten Fällen sollte das hoffentlich auch gehen. Und den Kontakt suchen zu anderen Vätern – das kann am Stammtisch sein und das kann der auch Nachbar sein. Es gibt tolle Angebote für Väter. Das muss nicht gleich Beratung sein, darf es aber gerne. Es kann auch einfach ein Treffen mit anderen Vätern sein oder gemeinsame Väter- Kind-Aktionen. Wenn der Säugling schon da ist oder auch kurz vorher. Also einfach offen sein. Und es ist keine Schande, sich auch Ratschläge zu holen…

Auch da ist es nicht verwunderlich, dass es zuviel wird. Stichwort: Vereinbarkeit. Eine Vereinbarkeitsproblematik ist für Männer inzwischen genauso präsent wie für Frauen. Das hat auch was Gutes, weil das heißt: Natürlich ist beides wichtig. Der Beruf soll nicht vernachlässigt werden, aber auch Vaterschaft hat eine Wertigkeit. Es ist völlig klar, dass da zwei Bereiche auch konkurrieren. Da ist es, glaube ich, wichtig, auch wieder Kontakt zu suchen. Man spricht das an und frisst nicht alles in sich rein. Aber auch das Stichwort Selbstfürsorge ist mir sehr wichtig, sollte sehr präsent sein. Denn wenn ich alles gebe für die Arbeit und alles gebe für die Familie, für das Kind, dann bleibt ich selber auf der Strecke. Das wird nicht lange funktionieren. Die Gesundheit, die Psyche, die Balance – ob das nun Sport ist, ob das auch mal ein paar Stunden für sich alleine sind, die man dann im Tausch mit der Partnerin hat, ob das was Angenehmes ist (Wellbeing) – der ganze Gesundheitsbereich fällt da rein natürlich. Man braucht auch Zeit für sich. Nur wer einigermaßen gesund und fit ist – mit „einigermaßen“ meine ich, keiner muss perfekt sein, aber kann auf sich achten, dass es passt – nur der kann auch wirklich ein guter Vater sein.

Also abgesehen davon, dass das natürlich alles sehr individuell ist, finde ich es immer eine gute Herangehensweise, mit den Kindern etwas gemeinsam zu machen. Wenn es etwa um Ernährung geht, kann man mit den Kindern auch gesund kochen und gesund essen. Das wird bei Kindern nicht immer funktionieren. Aber sicherlich bei bestimmten Dingen, bestimmten Nahrungsmitteln schon. Wenn es um Sport geht, kann man je nach Alter einiges machen – von Baby-Kind-Turnen bis Vater-Sohn-Fußball bis Vater-Tochter-Klettern (oder andersherum) ist einiges möglich. Also, trotz der Selbstfürsorge, die für einen selber wichtig ist, würde ich immer auch dazu raten, die Familienzeit zu nutzen für solche Dinge. Nicht zuletzt auch wegen der Vorbildfunktion für die Kinder.

Väter in der Corona-Krise: Familie gelingt gemeinsam!

Diese bewegten Zeiten können den Familienalltag schon einmal so richtig auf den Kopf stellen. Die Väter gGmbH hat eine Website ins Leben gerufen, die Dir Informationen und Tools zur Verfügung stellt, damit Deine Familie und Du mögliche private und berufliche Veränderungen aktiv gestalten könnt.

 

Zu folgenden Themen erhältst Du Informationen:

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  • Home Schooling
  • Alltagstipps
  • Homeoffice
  • Väter-Beratung
  • Väter Know-how

Vom Problem zur Lösung: Interview mit Dr. Almut Koesling, Männerbüro Hannover e. V.

Dr. Almut Koesling, Erziehungswissenschaftlerin und Systemische Therapeutin (SG), spricht über die Aufgaben und Ziele des Männerbüros Hannover. Die Mitarbeiter*innen des Männerbüros unterstützen bei der Lösung von persönlichen und zwischenmenschlichen Konflikten und Problemen – beispielsweise zu den Themen psychische Gesundheit, Beziehung, Partnerschaft.

Transkription:

Das Männerbüro Hannover ist ein eingetragener Verein, der 1996 gegründet wurde. Schon eine Weile her, wir haben auch schon Jubiläum gefeiert. Und zwar von engagierten Männern, die fanden, dass es wichtig und richtig ist, dass es ein geschlechtsspezifisches Beratungsangebot auch für Männer gibt. Vor allem – aber auch nicht nur – zu dem Thema Gewalt und Geschlecht. Das Männerbüro Hannover unterhält heute zwei Beratungsstellen: Zum einen das Männerbüro Hannover und zum anderen die Beratungsstelle Anstoß. Die ist im Jahr 2000 dazu gekommen und war damals bundesweit die erste Einrichtung, die sich an Jungs und männliche Jugendliche gerichtet hat, die selber Opfer sexualsierter Gewalt geworden sind. Im Männerbüro Hannover und in der Beratungsstelle Anstoß gibt es ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche. Zum einen beraten wir Männner – wie eine ganz normale Beratungsstelle – in allen möglichen Lebenslagen. Das läuft unter der Überschrift „allgemeine Lebensberatung“. Also meint, dass sich Männer, aber auch Frauen durchaus, an uns wenden, die in einer Krise stecken. Ängste, bestimmte Schwierigkeiten im Leben mit Unterstützung meistern wollen. Und dann gibt es – relativ breit gefächert – Beratungsangebote spezifisch zu den Themen Gewalt und Geschlecht. Zum einen kommen da männliche Opfer sexualisierter Gewalt zu uns, in die Beratungsstelle Anstoß. Auch Jungs und männliche Jugendliche. Aber auch erwachsene Männer, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind. Für diese Gruppen ist es wichtig, ein geschlechtsspezifisches Beratungsangebot zu haben. Wir beraten auch Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Das ist nach wie vor gesellschaftlich vielfach ein Tabuthema. Dann haben wir auch einen ausgebauten Arbeitsbereich, oder vielmehr diverse, zu den Themen Männer als Täter von Gewalt. Das reicht von allgemeiner Gewalt, die oftmals auch Gewalt zwischen Fremden ist. Auch durchaus Mobbing am Arbeitsplatz et cetera betriftt. Das ist ein Angebot, dass sich an erwachsene Klienten richtet. Wir arbeiten mit Tätern sexualisierter Gewalt. Das betrifft nicht nur die konkrete physische Gewalt und Übergriffigkeit und Gewalthandlungen. Sondern auch – das ist auch eine Form von Gewalt – den Konsum von Missbrauchsabbildungen. Wir haben ein Angebot für sexuell grenzverletzende männliche Jugendliche, mit denen wir hier arbeiten. Und dann haben wir den Arbeitsbereich Täterarbeit im Bereich häuslicher Gewalt. Wo wir zum einen proaktiv – nach Vorfällen häuslicher Gewalt, die gemeldet werden – Kontakt aufnehmen und Beratung anbieten. Dann gibt es einen Bereich mit sozialen Trainingskursen. Und wir haben auch ein spezialisiertes Angebot für Väter, die gegenüber ihren Kindern gewalttätig geworden sind.

Schon an den verschiedenen Themen und Arbeitsbereichen ist zu erkennen, dass es ganz unterschiedliche Wege sind. Auch je nachdem, ob sich jemand zum Beispiel als Opfer von Gewalt oder als Täter oder Beschuldigter oder in einer Situation, wo Gewalt vielleicht gar kein Thema ist, an uns wendet. Das heißt, dass vielfach Therapeut*innen oder Mediziner*innen an uns überweisen. Auch aufgrund von langen Wartelisten oder aufgrund der geschlechtsspezifischen Ausrichtung. Vielfach werden Männer an uns verwiesen durch andere Personen. Das können Fachkräfte sein, sei es im Bereich Strafrecht oder im Bereich Medizin. Oder auch von anderen Beratungsstellen. Die uns aufgrund unseres Arbeitsschwerpunkts, nämlich Gewalt und Geschlecht, empfehlen. Dann gibt es auch in den Bereichen, wo wir mit Tätern arbeiten – ich benutze jetzt einfach diesen Begriff – natürlich auch justizielle Weisungen. Das bedeutet, dass aufgrund einer gerichtlichen Auflage verfügt worden ist, dass jemand einen sozialen Trainingskurs bei uns absolvieren soll, um eine Verhaltensänderung zu erzielen. Das kann Teil sein eines gerichtlichen Beschlusses oder eines Urteils. Oder das kann auch angezeigt sein, bevor es zu einer Anklage kommt. Das ist ganz unterschiedlich. Dann gibt es, gerade im Bereich häusliche Gewalt, unseren proaktiven Ansatz. Den wir zusammen mit der Interventionskette hier in Hannover, auch in der Region Hannover, verfolgen. Das heißt, wenn es zu häuslicher Gewalt kommt und in dem Zuammenhang eine Strafanzeige vorliegt, und es einen Polizeieinsatz gegeben hat, dann wird tatzeitnah Kontakt zu den Beschuldigten und den Geschädigten aufgenommen. So dass schon im besten Fall eine kurze Zeit nach der Tat eine Beratung angeboten werden kann. Um zu verhindern, dass weitere Gewalt passiert. Und die Beteiligten dahingehend zu beraten, dass sie andere Strategien finden, miteinander, mit der Situation, und ohne Gewalt, Konflikte zu bewältigen. Das bezieht sich auch auf männliche Opfer, genauso wie auch männliche Beschuldigte, die wir hier geschlechtsspezifisch beraten. Und denen wir unterschiedliche Beratungs- und Trainingsangebote machen können. Auch seitens der Jugendämter bekommen wir Empfehlungen. Wenn es etwa einen Gewaltvorfall in einer Familie mit Kindern gibt. Dann kann es sein, dass dem Vater (bzw. sozialen Vater, Lebensgefährten, wem auch immer) empfohlen wird, sich bei uns beraten zu lassen, um Erziehungskonflikte anders angehen zu können. Jugendämter wenden sich auch an uns, wenn sie befasst sind mit männlichen Jugendlichen, die sexuell grenzverletzend geworden sind. Wir beraten ja nicht nur private Klienten, sondern wir bieten auch Fachberatung für Fachkräfte in Schulen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen et cetera. Also es gibt vielfältige Wege. Manche recherchieren auch und finden uns im Internet. Und beschließen dann, dass sie hier bei uns richtig sind. Ich könnte das noch einmal abstrahieren: Es gibt Menschen, die selbstmotiviert zu uns kommen. Oder justiziell motiviert, fremdmotiviert durch andere Einrichtungen oder möglicherweise auch Personen wie die Partnerin oder der Partner im Lebensumfeld, die sagen: Mensch, wäre vielleicht ganz gut, wenn Du Dir mal Beratung suchst. Das kommt zum Beispiel bei mangelnder Impulskontrolle und Aggressivitätsausbrüchen vor.

Das ist gar nicht so einfach mit der Prävention. Wir haben Präventionsangebote, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche, in Schulen zum Beispiel, richten. Wo entweder die Kinder und Jugendlichen hierher kommen und eine Einheit machen. Oder unsere Kolleginnen und Kollegen in die Schulen gehen und dort Präventionsveranstaltungen machen zum Thema sexualisierte Gewalt zum Beispiel. Erwachsene Männer im Rahmen von Prävention zu erreichen, ist meiner Erfahrung nach nach wie vor nicht so einfach. Wir betrachten trotzdem unsere Arbeit als Prävention im weitesten Sinnne. Oftmals kommen Männner, die gewalttätig geworden sind, zu uns. Die sind dann schon gewalttätig geworden. Oft auch physisch. Und dann würde ich unsere Arbeit begreifen als Teil davon, weitere Gewalt zu verhindern. In dem Sinne präventiv. De facto haben wir natürlich viele Klienten hier, die quasi als Resultat einer Gewalthandlung erst bei uns auftauchen. Was vielleicht noch wichtig ist: Im Sinne der Prävention arbeiten wir hier in unseren Beratungen und auch in den sozialen Trainings auch ganz stark daran, dass die Männer auch lernen, besser auf sich selbst zu achten. Sich zu spüren. Ausbau von Selbstfürsorge könnte man im Grunde sagen. Ein wichtiger Teil der sozialen Trainings, gerade im Bereich von Gewalt, ist die eigenen Kommunikations- und Verständigungskompetenzen zu schulen. Wie spreche ich gut über mich und meine Bedürfnisse? Wie erkenne ich diese überhaupt? Auch eigene Grenzen zu erkennen: Woran merke ich zum Beispiel, dass mir etwas zu viel ist? Und darf ich das dann jemand anderem mitteilen? Darf ich auch in der Partnerschaft sagen: Ich möchte das jetzt nicht! Zum Beispiel. Das sind ganz wichtige Aspekte, unseres Erachtens nach, von von Prävention im Sinne von Verantwortungsübernahme für das eigene Befinden. Denn nur wenn ich selber weiß: „Wie geht es mir?“, „Was brauche ich jetzt?“ – und das kommunizieren kann – nur dann ich richtig für mich sorgen und auf meine Grenzen achten und das dann genau so auch bei anderen machen. Also Stärkung von Abgrenzungskompetenzen einerseits, und andererseits die Möglichkeit: Ich kann mich besser verständlich machen. Auch in der Beziehung. Auch in dem Zusammenhang zu lernen: Wenn ich zum Beispiel wütend bin, was hilft mir dann eigentlich? Welche Strategien stehen mir zur Verfügung, um mit meinen eigenen Gefühlen von Aggression und Wut umzugehen? Dürfen die überhaupt sein? Und was mache ich dann damit? Wir kann ich diese vielleicht konstruktiv umsetzen? Weil wir ja auch nicht auf dem Standpunkt stehen, dass Aggressivität etwas schlechtes ist. Das markiert ja eine Grenzüberschreitung oftmals.

Wenn Männer selber von Gewalt betroffen sind, dann steht das im Widerspruch zu vorherrschenden gesellschaftlichen Rollenstereotypen von Männern und von Männlichkeit. Und das macht es für viele Männer, die Opfer von Gewalt geworden sind, sehr schwer, sich Hilfe zu holen. Das bedeutet: Es ist wichtig, ein niedrigschwelliges Angebot zu haben. Wir haben das zum Beispiel in Bezug auf die Opfererfahrung, die Männer im Bereich häuslicher Gewalt machen. Hier in Hannover und der Region so, dass wir proaktiv auf von häuslicher Gewalt betroffene Männer zugehen können und Beratung anbieten. Und es ist wichtig, dass dieses Beratungs- und Untersützungsangebot sich geschlechtsspezifisch an die Männer wendet. Mit dieser Sensibilität im Hintergrund, was Männlichkeitsbilder und -vorstellungen mit der Erfahrung, Opfer zu werden, machen. Von dem Beratungsangebot für von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder, Jugendliche und Männer hatte ich auch schon berichtet. Diese Beratungsangebote und dass es sie gibt und dass sie bekannt werden, dass wir also auch auftreten in der Öffentlichkeit – auch einige Fernsehsendungen, Mona Lisa zum Beispiel hatte mal einen Beitrag gebracht, das Thema also in der Öffentlichkeit immer mal wieder in den Blick zu rücken, entfaltet eine Signalwirkung, die es auch anderen Betroffenen – so hoffen wir – es eher ermöglicht, sich auch an uns zu wenden. Uns ist auch daran gelegen, dass das Thema Männer als Opfer gesellschaftlich sichtbar wird.

Mit Blick auf meine Arbeit, vor allem in den sozialen Trainingsgruppen, fällt mir spontan ein: Ich hatte einige Gespräche mit Klienten, für die war Gesundheit vor allem Sport. Und das war dann schnell auch mit Leistungsfähigkeit verknüpft. Und an der Stelle fand ich es ganz interessant, dass es nicht immer so einfach war zu erforschen: Was bedeutet denn Gesundheit noch? Ist es nur Sport und Leistungsfähigkeit? Was ist alles noch der Gesundheit zuträglich? Und da sind wir wieder beim Thema Selbstfürsorge und die eigene Befindlichkeit zu beobachten. Ich glaube, dass ist ein ganz spannendes Thema. Das wahrscheinlich auch nicht nur Männer betrifft. Also die Frage danach: Heißt Gesundheit einfach leistungsfähig zu sein? Wie komme ich dahin? Und bedeutet Selbstfürsorge nicht auch mal einfach innere Einkehr, Nichtsmachen, nach Innen horchen? Gesundheit bedeutet nicht nur Aktivität, sondern auch Ruhe. Das wäre mein Gedanke dazu.

Onlineberatung für Männer: Interview mit Klaus Schwerma, Bundesforum Männer

Wer ist das Bundesforum Männer und was verbirgt sich hinter dem Männerberatungsnetz? Klaus Schwerma vom Bundesforum Männer gibt Euch dazu Infos!

Transkription:

Ich bin Klaus Schwerma, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesforums Männer. Das Bundesforum Männer ist ein 2010 gegründeter Dachverband von 30 Organisationen, die bundes- oder auch länderweit zu Fragen von Jungen-, Väter- und Männerpolitiken arbeiten. Ziel des Bundesforums Männer ist es dabei, die Perspektive von Männern, Mannsein, Männlichkeit mit in Gleichstellungspolitik hineinzubringen. Gerade auch auf Bundesebene bei der Gestaltung von modernen Gleichstellungspolitiken Männer mit sichtbar zu machen, ihre Bedarfe sichtbar zu machen. Das durchaus nicht in Konkurrenz zu Frauen, sondern in einem dialogischen Prozess. Weil wir denken, dass eine moderne Gleichstellungspolitik immer auch Frauen und Männer mit einbeziehen muss.

Als Dachverband sind wir kein spezifischer Verein, der Gesundheitsfragen bearbeitet. Aber insgesamt können wir sagen, dass wir auch an Fragen dran sind, die Gesundheit betreffen. Beispielsweise die Vereinbarkeitspolitik von Beruf und Privatleben, Familienleben. Das ist für uns ein sehr wichtiges Anliegen, wo wir auch denken, dass dies Männer sehr stark betrifft. Männer sind immer noch sehr stark erwerbsorientiert. Ihre Aufgabe, die Ihnen gesellschaftlich auch zugestanden wird, ist die des Familienernährers. Wir setzen uns dafür ein, dass die Räume größer werden, dass Männer auch stärker in Fürsorgearbeiten tätig werden können. Und versuchen darüber auch, auch die Belastungen von Männern sichtbar zu machen. Ein weiterer Bereich ist das Risikoverhalten von Männern. Wenn man sich beispielsweise die Unfallzahlen anschaut, ist es immer noch so, dass im Verkehrsbereich Männer sehr stark betroffen sind. Sie stellen die größte Gruppe der Verkehrstoten dar. Im Bereich der Arbeitsunfälle ist es so, dass von über 90 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle Männer betroffen sind. Auch da geht es uns darum, insgesamt Männer stärker dafür zu sensibilisieren, weniger Risiken einzugehen, sich bedachter zu verhalten und insgesamt mehr auf die Gesundheit zu achten.

Wir haben 2019 diese Website ins Leben gerufen. Weil wir festgestellt haben, dass es sehr schwer möglich ist, explizite, spezifische Beratung für Männer im Internet zu finden. Die Wege sind immer noch relativ kompliziert. Wir wollen darüber mehr vorhandene Beratungsangebote sichtbar machen. Diese sind in verschiedenen Feldern: Wir haben sie erst einmal unterteilt nach spezifischer Gesundheitsberatung für Männer, aber auch Beratung im Feld von Vereinbarkeit, Beratung für ältere Männer, Beratung für Jungen, Beratung in Krisensituationen, in Familienfragen. Also die meisten Fragen, die auch von anderen Beratungsfeldern abgedeckt werden. Aber eben dort wollen wir schauen, wo gibt es eigentlich spezifische Beratung für Männer? Oder wo gibt es Beratungsangebote, die sich auch an Männer richten?

Gerade in Feldern, wo es auch um Gesundheitsfragen geht, wo es um Fragen geht wie Krisenintervention: Dort gibt es viele allgemeine Angebote. Aber der Blick auf Männer speziell könnte dort nochmal sehr viel besser sein. Wir möchten mit dieser Website auch dazu anregen, dass zu einen mehr spezifische Angebote entstehen. Dass diese schneller gefunden werden von Männern, die suchen. Aber auch, dass in den allgemeinen Angeboten sich der professionelle Blick auf Mannsein, auf Männner, auf Männlichkeit, richtet. Wir gehen davon aus, dass in vielen Beratungsangeboten die Personen, die die Beratung anbieten, eher aus einem Alltagsverständnis heraus agieren, was Männlichkeit anbelangt. Weil es noch gar nicht so viele berufsqualifizierende Weiterbildungen für Mannsein und Männlichkeit in den unterschiedlichen Situationen gibt. Das heißt also, die Beratenden selber sind oftmals damit auch ein Stück alleingelassen. Weil in dem, was wir unter Geschlechterpolitik und geschlechtersensiblen Beratungsangeboten verstehen, oftmals immer noch Frauenperspektiven verstanden werden. Und das wollen wir einfach stärker ausweiten.

Ich würde erst einmal denken: Reden, reden, reden, reden! Mit den Kollegen, Kolleginnen. Mit dem Partner, der Partnerin. Mit Freunden und Bekannten. Durchaus auch reden aus einer Ich-Perspektive: Wie geht es mir eigentlich? Und darüber sprechen. Und sich Hilfe holen. Ein anderer Tipp könnte auch sein, fünf Minuten am Tag sich einfach mal eine Auszeit zu nehmen. Und zu schweigen. Und dieses Schweigen auf sich selber wirken zu lassen, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen.

Qualität mit Brief und Siegel: mann-was-geht.de wurde zertifiziert!

mann-was-geht.de informiert transparent und nennt Ross und Reiter – so das Ergebnis unserer erfolgreich bestandenen Zertifizierung durch das Qualitätsnetzwerk Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem e. V. (afgis).

Seit heute ziert das afgis-Qualitätslogo unsere Startseite. Das afgis-Prüfverfahren beruht darauf, dass Website-Anbieter Zusatzinformationen über sich und ihr Angebot an Gesundheitsinformationen zur Verfügung stellen.

Diese Informationen werden auf der Basis von zehn Transparenzkriterien geprüft und in einer anbieterunabhängigen Datenbank hinterlegt.

Viele namhafte Anbieter, auch unser Gesundheitspartner TK, zeigen mit ihrer Zertifizierung, dass ihnen eine hohe Qualität ihrer Gesundheitsinformationen am Herzen liegt.

Zum Prüfbericht gelangst Du hier: www.afgis.de

Man(n) muss nicht alles alleine schaffen

In Krisenzeiten holen sich Männer seltener Unterstützung als Frauen. Dabei gibt es durchaus Unterstützungsangebote, die speziell auf Männer zugeschnitten sind.

Das Hamburger Abendblatt stellt dazu gute Beispiele aus der Metropolregion Hamburg vor. Zum einen die Fachstelle für Männerarbeit in der Nordkirche, zum anderen die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen in Hamburg (KISS):

„Männer sind sich des Themas Gesundheit durchaus bewusst, aber bei ihnen geht Handeln vor Reden“, sagt Frank Omland, Selbsthilfeberater bei KISS und jahrelang für den Schwerpunkt Männergesundheit zuständig. „Sie wollen konkret angesprochen werden, benötigen niedrigschwellige Angebote und bevorzugen im Erstkontakt das ,Waschstraßenprinzip‘ mit schnellen, kurzen Hilfen.“ Außerdem wollen Männer nicht problem-, sondern projektorientiert vorgehen, um die Bewältigung einer Krise aktiv in der eigenen Hand zu behalten. 

Quelle und weitere InformationenArtikel vom 30.05.2020

Corona-Krise belastet Männergesundheit erheblich!

Stress, Isolation, Sorgen um den Job und Bewegungsmangel: all das sind Probleme, die die Corona-Pandemie derzeit auslöst. Für Männer hat dies besonders starke Auswirkungen: Sie verzichten auf Sport und ernähren sich ungesünder – mit teilweise ernsten Folgen für die Gesundheit!

Besonders die sportliche Aktivität lässt nach, denn oftmals sind Männer im Vereinssport aktiv – etwa beim Fußball, Handball oder Kampfsport. All das fällt derzeit flach und infolge auch der Sport. „Zwar sind Männer per se keine Sportmuffel, fällt aber die Motivation und auch die Möglichkeit dazu weg, bleibt der Sport auf der Strecke“, so Dr. Helmuth Ocenasek, Sportmediziner und Referent für SportärztInnen der Ärztekammer für Oberösterreich.

Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie in den News der Ärztekammer für Oberösterreich vom 13.05.2020.